Gut zu wissen

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Was ist eigentlich Feldbogenschießen?
FITA-Turnier
3D Bogenschießen

Was ist eigentlich Feldbogenschießen?


Beim Feldbogenschließen werden die Scheiben in einem Parcours in Wald oder Feld verteilt. Die Entfernungen sind immer unterschiedlich, die Winkel nach oben und unten können stark variieren, die Scheiben stehen nicht immer gerade, die Abschusspositionen sind nicht immer ideal, die Lichtverhältnisse sind jedes Mal anders. Je nach Entfernung sind die Auflagen unterschiedlich groß. Bei einem Turnier werden jeweils 3 Pfeile auf 24 Scheiben geschossen. Bei 12 Scheiben ist die Entfernung bekannt, bei 12 Scheiben ist die Entfernung unbekannt, die Schützen müssen sie selbst einschätzen. 
Was ist daran so interessant? Jedes Ziel ist anderes, jeder Parcours ist anders. Man muss jedes Mal sein ganzes Wissen anwenden, um trotz der ständig variierenden Umstände zu treffen. Das klappt mal besser und mal schlechter. Und wenn’s mal schlechter klappt? So hat man immer noch dazu gelernt (das hört niemals auf!) und einen schönen Spaziergang in der Natur gemacht. 


40 m abwärts mit dem Blankbogen
20 m leicht aufwärts mit dem Compound-Bogen




FITA-Turnier


Gegründet als Fédération Internationale de Tir à l’Arc (FITA) heißt der weltgrößte Dachverband der Bogenschützen heute World Archery Federation (WA). Dort kümmert man sich um die Ausrichtung internationaler Wettbewerbe und die Erarbeitung eines einheitlichen Regelwerks. 
Im Bogenschützen-Jargon schießt man bei einem „FITA-Turnier“ auf einem Sportplatz mit einer maximalen Schußdistanz von 70 m. Die Entfernungen variieren aber auch, siehe unser Bericht vom Ems-Turnier 2018 in Rietberg. Bei dieser Art zu schießen, geht es darum, möglichst gleichmäßig zu schießen und dadurch möglichst enge Gruppen in der Mitte der Scheibe zu erzielen. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass die gelbe Mitte der Scheibe etwas größer als eine CD-Rom ist und eine Boeing 747 nur unwesentlich länger ist als die maximale Distanz von 70 m.
Bei den olympischen Spielen wird übrigens auch nach den Regeln der WA geschossen. 
Besonders bei dieser Bogensport-Disziplin zeigt sich die Vielfältigkeit der Teilnehmer: Profis neben Anfängern, Freizeitsportler neben Behinderten. Alle können zusammen trainieren und beim gleichen Turnier Spaß haben.


3D Bogenschießen


Beim 3D Bogenschießen schießen die Schützen auf Tieratrappen aus Schaumstoff. Entweder werden diese Tieratrappen in Formen geschäumt und dann angemalt (von darauf spezialisierten Herstellern) oder von jedem Verein selbst aus Schaumstoffplatten ausgeschnitten und teils liebevoll von Hand angemalt (2D Tiere). Dabei heraus kommen gelegentlich auch recht skurrile Phantasie- und Sagenwesen. Diese Tieratrappen werden in landschaftlich oft sehr schönen Parcours verteilt. Die Entfernungen wechseln von ganz nah (ab ca. 5 m) bis zu 50 m und mehr. Dabei variiert die Größe des Ziels nach Weite und Standort. Je nach Gelände gibt es bergauf und bergab Schüsse, über Kuppen oder aus Senken heraus, über Wiesen, im Hochwald oder durch schmale Ausschnitte im Gebüsch. Der Phantasie der Parcoursbauer setzen nur das Gelände und die Sicherheit Grenzen. Eines der schwierigsten Details dabei ist das Schätzen der Entfernung zum Ziel. Man kann sich auf nichts verlassen, als auf seine Erfahrung und die wird von den Parcoursbauern gelegentlich gern getäuscht. Dadurch wird 3D Schießen zu einer der spannendsten Disziplinen des Bogenschießens. Und auch hier gilt: wenn es mit dem Schießen heute nicht so klappt, so hat man doch zumindest viel gelernt (gelegentlich auch über den Umgang mit sich selbst) und einen schönen Spaziergang in der Natur gehabt.  


Karin mit dem Langbogen auf dem Parcours der Sauerländer Bogenschützen Brilon